Ortsbeschreibung

Zülpich / Schwerfen
Einwohner: 1511
PLZ: 53909
Kfz-Kennzeichen: EU

Der Ursprung und die älteste Geschichte liegt im Dunkeln. Erstmalig taucht die Bezeichnung "Sueruene" in einem Schriftstück auf, in dem die Zeugen Folcolt und Gottfried von Sueruene genannt werden. 1147 heißt der Ort Sueruene, 1166 dann Sueruena und 1543 Swerven. Mehrere adelige Familien waren in Schwerfen begütert. Die Ältesten hießen einfach "von Schwerfen". Historiker gehen davon aus, dass die damalige Gülichsburg der Stammsitz derer von Schwerfen war. Dieses Baudenkmal spielt in der Geschichte von Schwerfen eine entscheidende Rolle. Ursprünglich als Burgfeste gebaut, bewährt mit einem Wassergraben. Der älteste, noch erhaltene Teil der Burg ist Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut worden. Ein schönes mehrgeschossiges Bauwerk mit steilem Satteldach und einem breiten Kamin. Im Jahre 1638 erwirbt ein Junker, Engelbert von Gülich aus Berg bei Floisdorf, die Anlage. Damit entstand der Name Gülichsburg. Der kurze Abriss der Schwerfener Geschichte könnte durch weitere interessante Baudenkmäler, Irnicher Hof, Hof zu Virnich, Rittersitz Virnich, Fronhof und nicht zuletzt durch die Kirche von Schwerfen erweitert werden. Schwerfen, ein Dorf, sprichwörtlich am Fuße der Eifel. Mit derzeit 1336 Einwohnern der größte Stadtteil von Zülpich.

Buntgewürfeltes aus der Geschichte:
- Der Herr der Gülichsburg, Junker Heinrich Grützgen von Schwerfen, opferte im Jahre 1520 sein Streitross und seine Waffen für den Altar im Kloster Maria Wald bei Heimbach. Er starb am 15. September desselben Jahres und wurde auf dem Klosterfriedhof beerdigt.
- Vier Mordbuben überfielen am 07. September des Jahres 1737 gegen Abend auf dem sogenannten Wichtericher Weg von Oberelvenich nach Zülpich in der Nähe des Lüssemer Kreuzes den Pastor Anton Hoedt von Schwerfen und misshandelten ihn dermaßen mit groben Holzstücken, dass das Blut in der tödlichen Wunde am Haupt nicht gestillt werden konnte; er kam zwar mit dem Leben davon, starb aber zwei Jahre danach an den Folgen der Verletzungen.
- Der Bau der Kirche (1891 - 1893) kostete damals 53.000,- DM, wobei ein erheblicher Teil (20.000,- DM) das Geschenk eines Ungenannten war. Am Weihnachtsmorgen des Jahres 1892 wurde die komplette Kirchenkollekte in Höhe von 7.500,- DM aus dem Pfarrhause gestohlen.

Schwerfen, ein Dorf im Kreise Euskirchen, liegt am linken Ufer des Rothbaches (Rubio), welcher sich hier in zwei Arme, den Roth. Und Bruchbach, theilt, westlich von der Köln-Luxemburger Bezirksstraße, zwischen Zülpich und Kommern, und zwar in südlicher Richtung von erstgenanntem Städtchen, von dem es etwa eine Stunde entfernt ist. Kommern erreicht man in ¾ Stunden, das Dorf Sinzenich, auf dem Wege nach Zülpich gelegen, in 20 Minuten. In Schwerfen befindet sich eine Postagentur. Die im Jahre 1895 erbaute Euskirchener Kreisbahn hat eine Haltestelle im Orte, so dass man nach Zülpich in 31, nach Kommern in 6 Minuten gelangen kann.

Die Höhe des Rothbaches bei Schwerfen beträgt 230,4 m über dem Meeresspiegel, die Höhe der Bezirksstraße 201 m. Der Ort gehört mit den Dörfern Sinzenich, Lövenich, Uelpenich und Enzen zur Bürgermeisterei Enzen. Mit den kleineren Nebenorten Irnich un d Virnich (nicht zu verwechseln mit Vernich nördlich von Euskirchen) bildet er eine Pfarrgemeinde und umfasst ein Areal von 731 ha 37 a 70 qm, teils gutes Ackerland, teils Wiesen. Gemeindeeigenthum sind davon 25 ha - 43 a Felder und Wiesen, 26 a Wald und 18 ha 44 a unkultiviertes Land.

Schulden hatte das Dorf: 1887 = 7.737 Mark, 1892 = Mark, 1897 = 19.072 Mark und 1898 = 18560 Mark. Die Einwohner, sämmtlich katholisch, treiben meist Ackerbau, doch finden auch viele Beschäftigung auf dem Thonwerke in Firmenich.

Bis zum Beginne des vorigen Jahrhunderts gehörte Schwerfen zum Amte Nideggen im Herzogthum Jülich und genoss Vorrecht, der jülich´schen Session in der ehemaligen Residenzstadt Nideggen beiwohnen zu dürfen. Das Dorf ist seitdem langsam aber stetig gesachsen. Im Jahre 1794 zählte es 500 Einwohner und nur 93 Wohnhäuser, sowie fünf Höfe. 1817 betrug die Zahl der Häuser schon 106. Die Gemarkung umfaßte damals 1379 morgen Ackerland und Wiesen. Außer diesen waren noch 150 Morgen Land unbebaut, die heute sämmtlich urbach gemacht sind. 1864 zählte es 816 Einwohner in 152 Häusern und 9 gewerbliche Gebäude, 1890 = 885 Einwohner, 1895 = 848 Einwohner in 169 Wohnungen mit 179 Haushaltungen, 1899 = 797 Einwohner in 185 Wohnungen. In den letzten 10 Jahren hat demnach die Einwohnerzahl ständig abgenommen. Die genannten fünf Höfe waren: der Frohnhof, Eigenthum der Kurpfalz; der Klosterhof zu virnich, dem Kloster Hoven zugehörig, die Irnicher Burg, im Besitze des Freiherrn von Proff; der Rittersitz Virnich, Eigenthum des Freiherrn von Mirbach; endlich die noch erhaltene Gülichsburg in Schwerfen selbst. Der große Zehnte gehörte zum Einkommen des Pfarrers, einen kleinen Zehnten besaß der Kurfürst von der Pfalz, sowie auch die Gülichsburg, wofür diese die Kirche unter Dach und außerdem als Zuchtvieh zwei Ochsen, Schafböcke und einen Eber zu halten hatte.

Sowohl der Ursprung oder die Gründung des Ortes, wie auch die Bedeutung seines Namens sind bisher noch unbekannt. Römische oder fränkische Spuren sind noch nicht gefunden worden. Die Römerstraße Eicks/Zülpich führt westlich in einer Entfernung von etwa 1 km am Orte vorbei. Die verschiedensten Schreibweisen treten uns in alten Urkunden entgegen und zwar 1147 und 1229 Sueruene, 1166 Sueruena,, (1216 Scherue, 1218 Scherve, 1259 und 1296 Scerue), 1353 Twerfe, 1543 Swerven, 1600 Schwerwel, 1676 Schwerffen, und endlich um 1800 Schwerfen.

Mehrere adelige Familien haben von Schwerfen ihren Namen angenommen, sind also im Besitz von Gütern daselbst gewesen. Die ältesten bekannten nannten sich einfach „von Schwerfen“. Ihr Stammsitz scheint die heute noch im Dorfe liegende sog. Gülichsburg gewesen zu sein. Erzbischof Arnold I. von Köln (gest. 1151) führt in einer Urkunde über eine Schenkung Walters von Hengebach vom Jahre 1147 als Zeugen die Brüder Folcolt und Gottfried von Schwerfen an: Folcolt de Sueruene et frater ejus Jodefridus. In einer Urkunde vom 15. August 1166, durch welche Erzbischof Reinold von Köln bezeugt, daß die Abtei Siegburg für ihre Probstei Zülpich 50 Morgen Land im dortigen Felde von Rudolf von Kirspenich gekauft habe, treten dieselben Volcholdus et Godefridus de Sueruena als Zeugen auf. Im Jahre 1216 befreit Graf Adolf von Berg den Abt und den Convent von Altenberg von aller herrschaftlichen Abgabe, wobei uns als Zeuge Lambertus de Scherue begegnet. Derselbe ist abermals Zeuge am 15. Juni 1218, als Graf Adolf den Hof Dieteren dem Deutschofden schenkt. Im Jahre 1229, da Everhard von Hengebach, Vogt von Zülpich, den Lehnsverbandvon einem dem Kloster Hoven verkauften Hause zu Irnich erläßt, wird als Zeuge genannt Gerhardus de Sueruene.

Am 20. Juli 1259 finden wir Udo de Scerue et Methildis uxor eius, welche an diesem Tage der Abtei Altenberg den Wald Grimberg schenkten. Die Gräfin Margaretha von Berg beurkundet diese Schenkung. Udo ist am 1. Februar 1264 mit mehreren anderen Rittern Schiedsrichter in einem Streite zwischen den Gebrüdern von Hane mit dem Kloster Dünwald wegen einer Wasserleitung durch das Kloster. Endlich zeugt er in einer Urkunde vom 22. November 1266, durch welche Gräfin Margaretha von Berg bestätigt, daß Suitker von Lindlar auf alles Recht an dem gleichnamigen, dem Stift St. Severin zu Köln zuständigen Hofe verzichtet habe.

Kurze Zeit später tritt ein Adolfus de Scherue, und zwar in vier Urkunden, als Zeuge uns entgegen; zunächst 1273, als Walram von Balkenburg bestätigt, daß Th. Von Schinnen den Hof Bingelraedt dem Marienstift zu Aachen verkauft habe; 1293 besiegelt Adolf den Theilungsakt der Geschwister vame Rode; dann am 29. Oktober 1296, an welchem Tage die Brüder Theoderich und Johann von Immendorf ihr gleichnamiges Burghaus dem Herrn Theoderich von Heinsberg zu Lehn auftragen: er wird hier genannt Consanguineus Adolphus de Scerue; endlich am 6. April 1298 bei einem Schiedsspruch wegen Benutzung eines Waldes des Hofes Hülhoven.

Die oben genannte Lambertus, Udo und Adolfus stammen wohl nicht von unserem Schwerfen, sondern eher von Scherffen im Amte Portz, südöstlich von Altenberg, da alle in diesen Urkunden genannten Orte im Bergischen liegen. In diesem Falle gehören auch die vorhin genannten Orte von 1216, 1218, 1269 und 1296 nicht hierhin. Adolf miles de Scherve siegelt 1270 mit fünf Pfählen und beiderseits gezähntem Schrägrechtsbalken, während das Wappen derer von Schwerfen einen Balken mit oben zwei Vögeln, unten einem Vogel aufweist. Letzteres Wappen benutzt im Jahre 1322 ein Ulrich von Sueruene als Siegel. Die Verschiedenheit beider Familien geht also schon hieraus hervor.

Ein Thilmann von Schwerfen war in den Jahre 1336 und 1341 Burgmann zu Dollendorf in der Eifel. Derselbe oder ein anderer gleichen Namens wird als Vasall des Markgrafen Wilhelm von Jülich genannt.

Am 25. Juli 1353 schließen Graf Otto von Waldeck und Heinrich, sein Sohn, mit Gerhard, Grafen von Berg und Ravensberg, und dessen Gemahlin Margaretha eine Eheberedung, wonach Heinrich sich mit der ältesten Tochter der letzteren, wenn sie zwölf Jahre alt sei, vermählen solle. Bei diesem Vertrage ist Bürge Heinrich von Twerfe.

Sodann hören wir noch von einer Margaretha von Schwerfen, welche sich 1438 mit dem Junker Konrad von Weiß aussöhnt, „wegen des Mißgeschickes, daß er Michael, meinem seligen Vater, vom Leben zu Tode gebracht hat.“ Noch im Jashre 1516 kommt ein Heinrich von Schwerfen vor in einem Rechtsstreit mit Hilger von Adenau über die Lehnsfolge gewisser Güter.

Nehmen wir nun an, daß die obengenannten Herren von Schwerfen oder wenigstens einige von ihnen einer Familie entsproßten, so haben wir damit die ersten bekannten Besitzer von Schwerfen bezw. der Gülichsburg. Letztere ging bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts in andere Hände über, denn im Jahre 1365 belehnte Herzog Wilhelm von Jülich denn Wilhelm von Berk wegen treugeleisteten Diensten mit dieser Burg. Nach Fahne führte eine clevische Familie op dem Bergh dasselbe Wappen wie Gürtzgen; vielleicht also gehörte Wilhelm von Berk dieser Familie an. Wie lange die Burg im Besitze derer von Berk blieb, ist nicht bekannt. Aber schon im 15. Jahrhundert finden wir als Eigenthümer die von Gürtzgen. Diese Familie stammte aus Ahrweiler, wo Angehörige derselben im 14. Und 15. Jahrhundert als Schöffen urkundliche vorkommen. Sie war später in Münstereifel angesessen und auch nachher im Besitze der Häuser Kleinvernich und Dhün im Bergischen. Die zuleetzt genannte Linie starb erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus. Das Familienwappen derer von Gürtzgen zeigt in silbernem Schild mit blauer, gewellter Einfassung einen rother Hirsch; die Helmzierde bildet ein offener Doppelpflug von blauer Farbe, die Helmdecken sind silbern und blau.

1438 kommt Nicolaus Guertzgin vor, dessen Tochter Elisabeth den Gotthard Rumschöttel von Fritzdorf heirathete. 1485 ist Lambert Guertzgen von Schwerfen Burgmann zu Schleiden, 1499 sind Nicolaus, Bernhard und Werner Guertgen Manderscheidsche Vasallen. 1501 wird Nicolaus Guertgen Herr zu Vernich, 1544 dessen Sohn Werner und Reinhard genannt.

Heinrich Gürtzgen von Schwerfen wird 1507 unter der jülischen Ritterschaft aufgeführt. Junker Claes Guertzgen und seine Ehefrau Kathrine Spieß von Bülleshem schenkten am 23.Oktober 1515 dem Stift Münstereifel eine Jahresrente von 8 Mark . Geld aus dem Hause Kruichenbach zu einem Jahrgedächtnis für sich und ihre Angehörigen. Im Jahre 1520 opferte Junger Heinrich Gürtzgen von Schwerfen sein Streitroß und seine Waffen für den Altar im Kloster Mariawald bei Heimbach. Er starb am 15. September 1520 und wurde auch dort beerdigt. Seine Schwester Elisabeth war an Philipp von Adenau verheiratet. Eine Nichte von ihm, Anna von Gürtzgen, die Tochter eines Cornelius von Gürtzgen, war Erbin des Gürtzgenhofes zu Groß-Büllesheim. Sie heirathete im Jahre 1506 Everhard von Büdesheim zu Burgfey, der jedoch kinderlos starb. Darauf ehelichte Anna den Clais von Katzfey, welcher 1524 mit Burgfey belehnt wurde. Ein Junker Werner Gürtzgen von Schwerfen zu Klein-Vernich unterschrieb die kölnische Erblandsvereinigung vom 12. Mai 1550. Wilhelm von Gürtzgen zu Tummen unterzeichnete die Jülich-Bergische Erblandsvereinigung von 1636.

Aud der Dhün´schen Linie war Rudorf Freiherr von Gürtzgen zu Dhün mit Sibylla von Calkum, genannt Leutmar, vermählt. Sie hatten einen Sohn Friedrich, der mit Agatha von der Lühe zur Buschmühle einen Sohn Johann Werner zeugte. Dieser ehelichte Friederica Agnes von Mosbach, genannt Breidenbach zu Delling. Die Tochter derselben, Sibylla Josina Freiin von Gürtzgen zu Dhün, vermählte sich mit dem Freiherrn Ludwig Moritz Catheart von Carbiston zu Buderbach und starb im Jahre 1721.

Die Familie von Gürtzgen hat wahrscheinlich schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts kein Eigenthum in Schwerfen mehr gehabt. Denn beim Bau der Kirche, welcher wahrscheinlich in die Zeit nach 1491 fällt, sind nur die beiden in Schwerfen um diese Zeit begüterten Familien Bock von Lichtenbert und von Wohlthäter der Kirche gewesen, wie die Wappen derselben im ehemaligen Gewölbe zu beweisen scheinen.

Im 17. Jahrhundert waren die von Kaldenbach Eigenthümer der Gülichsburg, die jedoch anscheinend auch noch anderweitige Besitzungen in Schwerfen hatten. Ein Thonis von Kaldenbach, Burggraf zu Roidt, kaufte 1529 von Geillys Moinchs von Virnich eine Erbrente von 2 malter Roggen, wofür ein Haus mit Ackerland zu Virnich als Pfand gesetzt wurde. Die Urkunde besiegelten die Schöffen zu Schwerfen. Ein Thönis von Kaldenbach, der wohl mit obigem identisch ist, befreite 1543 sein Gut zu Swerven vom jährlichen Schatzgeld. Sein Siegel zeigt neun in Kreuzform gestellte Kugeln. Die Familie verkaufte nach dem Jahre 1638 die Burg an Junker Engelbert von Jülich, den Sohn Wilhelms von Jülich zu Berg und der Sibylla von Allner. Seit dieser Zeit erst führte sie den Namen "Gülichsburg". Engelbert vermählte sich mit Katharina von Efferen genannt Hall, und starb im Jahre 1649. Sein Nachfolger in Schwerfen wurde wahrscheinlich später Heinrich Winand von Jülich zu Dorp, welcher mit Martaretha Odilia von Bermsau vermählt war. Der aus dieser Ehe herforgegangene Sohn Johann Heinrich Winand von Jülich zu Dorp heiratete Agnes Maria von Hammersstein zu Honrath; dieser Ehe entstammte wiederum ein Sohn.

Erst im Anfang des 19. Jahrhunderts erscheinen bürgerliche Familien, und zwar zunächst ein Herr Abels aus Kommern, als Einthümer der Burg. Er verkaufte sie jedoch um das Jahr 1820 an eine Frau Drügh, deren Schwiegersohn Peter de Bück sie später erhielt. Von diesem gelangte dieselbe wiederum in den Besitz des Schwiegersohnes des de Bück, Franz Anton Strick, welcher noch heute Eigenthümer der Gülichsburg ist.

Die heutige Gülichsburg, am Nordende des Dorfes gelegen, ist eine regelmäßige, fast quadratische Anlage. Früher war sie ringsum von Wassergräben umgeben, welche jetzt jedoch nur noch an der Süd- und Ostseite theilweise erhalten sind. Das eigentliche Wohnhaus befindet sich an der Südseite. Von der ursprünglichen Burg ist nichts mehr vorhanden, und der älteste noch erhaltene Theil wurde erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts erbaut. Es ist dies die westliche Hälfte des Wohnhauses, ein zweigeschossiger Bruchsteinbau mit steilem Satteldache. An der Außenseite erblickt man je zwei schmale quergetheilte Fenster in rother Sandsteineinfassung, sowie die Kragsteine von zwei Abortanlagen. In der Mitte der Außenmauer erhebt sich ein großer und breiter Kamin. Auf der Hofseite ist im Erdgeschoß noch ein zierlicher Erker in rothem Sandstein mit einem Doppelfenster und Schieferabdeckung erhalten geblieben.

Die Wetterfahne auf der östlichen Hälfte des Wohnhauses zeigt an, daß dieser Theil des Gebäudes erst im Jahre 1785 errichtet wurde. Auch er ist zweigeschossig und in Bruchsteinen ausgeführt, mit einem Mansardendache. Auf der Hofseite befindet sich eine einfache Thür mit Freitreppe. Die Fenster zeigen Stichboden und haben Hausteineinfassung.

Von den älteren Wirthschaftsgebäuden, welche den Hof umgaben, sind nur die Umfassungsmauern in geringer Höhe stehen geblieben. Die heutige Anlage gehört dem 19. Jahrhundert an.

In der Westmauer ist außen ein Hausteinwappen der Familie Gertzgen von Sintzig aus der Mitte des 16. Jahrhunderts eingemauert. Es trägt die Inschrift ANNO ..... Die Jahreszahl ist leider weggebrochen. Der Stein ist wahrscheinlich irgendwo ander her und in der Annahme, daß den Gertzgen die Burg gehört habe, nach Schwerfen gekommen. Die von Gertzen zu Sintzig sind jedoch nicht mit den Gürtzgenzu verwechseln!

Zu Schwerfen sind außer den vorgenannten im 15. Bis 18. Jahrhundert noch einige andere adelige Familien begütert gewesen.

Die von Lysur oder Lieser zu Freilingen, welche aus Lieser an der Mosel stammten, besaßen in Schwerfen ein Hofgut gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Ob under diesem Hofgut etwa die Gülichsburg zu verstehen ist, schein nicht recht klar. Die Familie betheiligte sich am Kirchenbau und ihr Wappen befand sich, wie schon mitgethilt im Gewölbe des Seitenschiffes.

Viel früher finden wir die Herren von Hengebach, auch von Heimbach genannt. In der Wittumgs-Beschreibung des Herzogs Wilhelm von Geldern und Jülich für seine Mutter, die Herzoging Maria von Jülich, vom 28.Dezember 1394 wird auch die Burg Hengebach mit den dazugehörigen Weinbergen zu Schwerfen aufgezählt"item Hengbach , die burgh mit renten und gulden ind mit dem wyngarden zu Sweruen ind mit allen synen zubehoeren". Zu diesen Weinbergen mußte seit 1377 die Gemeinde Wisskirchen alljährlich geben und fahren 200 Rahmen.

Ein Lepart von Heimbach besaß 1441 von dem Erzbischofe Dietrich von Köln dessen Hof zu Stotzheim bei Euskirchen zu Lehn, den er an einen Bürger von Euskirchen für 600 Goldgulden verpfändet hatte. Im Jahre 1505 bezeugt Junker Johann Beissel von Gymnich auf Wunsch des Junkers Reinhard Bock von Lichtenbert vor Schutheiß und Schöffen zu Friesheim einen Vertrag des verstorbenen Johann von Heimbach, des Alten, des Sohnes des genannten Lepart von Heimbach, mit Reinhard Bock von Lichtenberg wegen Vortritt, Opfer, Küssen des osculum pacis und Weihwassernehmens, wie das Alles vor ihm Johann Beissel und anderen Freunden beiderseits für ewige Zeiten verabredet worden sei. Ein Vertrag vom Jahre 1511 zwischen den Familien von Heimbach und Bock von Lichtenbert betrifft ebenfalls den Vortritt in der Kirche zu Schwerfen. Johann von Heimbach, der Junge, starb 1515. Er soll der letzte seines Stammes gewesen sein. Seine Schwester Sophie von Hengebach, vermählt mit Junker Gerhard von Blankhard, hatte noch Besitzungen in Schwerfen im Jahre 1523.

Das Wappen derer von Hengebach befand sich nicht im Gewälbe der alten Kirche, woraus man schließen dürfte, daß diese Familie zur Zeit der Erbauung des Seitenschiffes im Mannesstamme als Grundbesitzer in Schwerfen ausgestorben war.

Junger Heinrich Rollmann von Dattenberg war im Jahre 1417 in Schwerfen begütert, wahrscheinlich durch seine zweite Frau Mingrin von Kleeburg, Tochter der Paitzka von Irnich. Er stammte aus der Burg Dattenberg auf den Dattenberge oder Dadenberge bei Linz. Das Wappen der Familie war ein goldener Adler in rothem Felde. Schon 1242 wird ein Ritter Werner von Dattenberg genannt. Ein Bernd rolman von Dadenburg zu Cleburg kommt noch 1567 vor.

Ein Dorf, sprichwörtlich am Fuße der Eifel,

das ist Schwerfen. Mit aktuell 1511 Einwohner der größte Stadtteil von Zülpich. Die Ausgewogenheit der Schwerfener Mentalität zeigt sich in der Ausgewogenheit des Mengenverhältnisses zwischen Männer und Frauen.

Mehrere adelige Familien waren in Schwerfen begütert. Die ältesten hießen einfach "von Schwerfen". Die Historiker gehen davon aus, daß die heutige Gülichsburg der Stammsitz derer von Schwerfen war.

Dieses Baudenkmal spielt in der Geschichte von Schwerfen eine entscheidende Rolle. Ursprünglich als Bauernfeste gebaut, bewehrt mit einem Wassergraben. Der älteste, noch erhaltene Teil der Burg ist Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut worden. Ein schönes mehrgeschossiges Bauwerk mit steilem Satteldach und einem breiten Kamin. Im Jahre 1638 erwirbt ein Junker Engelbert von Gülich aus Berg bei Floisdorf die Anlage. Damit entstand der Name "Gülichsburg"

Der kurze Abriss in die Schwerfener Geschichte könnte durch weitere interessante Baudenkmäler, Irnicher hof, Hof zu Virnich, Rittersitz Virnich, Frohnhof und nicht zuletzt durch die Kirche von Schwerfen erweitert werden.

 

Quelle: http://www.eifel.de